Don Khon (4.000 Inseln / Si Phan Don)

4000 Inseln

Reisejahr: 2014

Laos ist der einzige Binnenstaat in Südostasien und trotzdem befinden sich 4.000 Inseln im Süden des Landes. Man nennt sie Si Phan Don. Die Inseln sind im Mekong direkt an der Grenze zu Kambodscha. Die größte von ihnen ist Don Khong. Sie ist zudem die nördlichste. Die kleinsten Inseln sind winzige Sandbänke, die man gar nicht betreten kann. Don Khong, Don Det und Don Khon sind bewohnt und beherbergen Unterkünfte für Touristen.

  • Don Khong ist bereits am längsten touristisch erschlossen. Hier befinden sich viele Unterkünfte in allen Preisklassen.
  • Don Det ist die kleine Party-Insel mit einer bunten Barszene. Auf dieser Insel gibt es einige Geldwechsel-Services.
  • Don Khon ist durch eine Brücke mit Don Det verbunden. Sie ist als letzte der drei Inseln touristisch erschlossen worden. Hier kann man sehr gut chillen und einfach die Zeit vergessen.

Don Det und Don Khon sind erst vor ein paar Jahren an das Stromnetz angeschlossen worden. Stromausfälle sind ganz normal und alltäglich. Manchmal wird der Strom auch einfach absichtlich abgestellt, vermutlich wegen Bauarbeiten. Internet ist vorhanden, aber nur die wenigsten Unterkünfte lassen sich im Vorhinein buchen. Das macht aber nichts. Denn es ist einfach ein freies Zimmer zu finden. Die Gästehäuser stehen alle in einer Reihe nebeneinander. Noch perfekter könnte die Situation für Backpacker nicht sein.

The Sunset Paradise Guesthouse

Vor unserer Anreise habe ich mir die Top 7 bewerteten Tripadvisor-Ergebnisse herausgesucht und aufgeschrieben. Wir kamen am späten Nachmittag kurz vor der Dämmerung mit dem Boot an und fragten ein paar Frauen, wo wir die Nr. 1, das „Sunset Paradise“, finden können. „Ah c’est moi! Bonjour.“, rief eine der Damen. Ich musste lächeln – so wie immer, wenn Menschen einfach französisch mit mir sprechen ohne zu wissen, ob ich die Sprache beherrsche: „Bonjour. Haben Sie ein Zimmer für uns?“ – „Ja, kommt mit!“ Sie schwang sich auf ihr Fahrrad. Gefühlte drei Meter weiter war bereits das Guesthouse.

The Sunset Paradise Guesthouse
The Sunset Paradise Guesthouse

Nur 9 EUR / Nacht (100.000 Kip) sollte der kleine Bungalow kosten. Es gibt warmes Wasser, Wifi und ein nettes Restaurant vor der Tür. Die Chefin hat laotische Wurzeln, kommt aber aus Frankreich. Ihr Mann spricht französisch und englisch.

Unser Bungalow auf Don Khon
Unser Bungalow auf Don Khon
Bungalow mitten in einem Palmengarten
Mitten in einem Palmengarten
Bananenpflanze vor der Tür
Bananenpflanze vor der Tür
Sunset Paradise Restaurant
Sunset Paradise Restaurant

Diese Liegeplätze gibt es in jedem Restaurant auf Don Khon. Noch gechillter als auf dieser Insel wird es nicht.

Ausblick bei Sonnenuntergang
Ausblick bei Sonnenuntergang
Blick vom Restaurant auf Don Det. Dazwischen ist eine andere Insel, die aber nur von Wasserbüffeln betreten wird.
Blick vom Restaurant auf Don Det. Dazwischen ist eine andere Insel, die aber nur von Wasserbüffeln betreten wird.

Tiere

Die Bewohner der Inseln im Mekong waren früher reine Selbstversorger. Mittlerweile fährt immer mal jemand zum Markt ans Festland. Alltägliche Dinge wie Shampoo und Zahnpasta werden importiert. Früchte, wie Mangos und Äpfel werden in Nakasang am Festland gekauft. Die meisten Bewohner können sich dennoch ohne Probleme selbst ernähren. Sie bauen ihr eigenes Gemüse im Garten an, halten Hühner und Schweine, fangen Fische oder klettern auf Palmen und schmeißen Kokosnüsse herunter.

Hahn und Henne - die Hähne wecken jeden Morgen die ganze Insel.
Hahn und Henne – die Hähne wecken jeden Morgen die ganze Insel.
Ein kleines niedliches Schwein, leider angebunden. Gefunden habe ich das Ferkel beim Joggen. Dafür bietet Don Khon optimale Bedingungen.
Ein kleines niedliches Schwein, leider angebunden. Gefunden haben wir das Ferkel beim Joggen. Dafür bietet Don Khon optimale Bedingungen.
Affe auf Don Khon
Haustier unserer Nachbarn, ebenfalls angebunden, springt aber trotzdem über den Zaun und klettert quer an ihm entlang.
Wasserbüffel
Wasserbüffel

Einwohner

Wie für ein kleines Dorf üblich, kennen sich die Anwohner von Don Khon alle. Viele helfen sich gegenseitig, tauschen untereinander Nahrungsmittel. Alle fahren Fahrrad oder Moped, auch die Kinder. Autos gibt es nicht.

Eine Familie aus Don Khon
Eine Familie aus Don Khon. Das Mädchen in der Mitte trägt, in Laos üblich, eine Schuluniform.

Auf der Insel gibt es zwei Schulen, eine Primary und eine Secondary School. Ärzte, Apotheken, Krankenhäuser und Geldautomaten sind nicht vorhanden. Ein paar wenige Krankenschwestern kümmern sich um die Gesundheit der Inselbewohner.

Eine Schule auf Don Khon
Eine Schule auf Don Khon
Das ehemalige Schulgebäude auf Don Khon.
Das ehemalige Schulgebäude ist offenbar abgebrannt.
Bootsmann - ich bin nicht sicher ob Mönch oder nicht
Bootsmann – ich bin nicht sicher ob Mönch oder nicht

Don Det

Man kann sich auf Don Khon ein Fahrrad für 90ct pro Tag (10.000 Kip) leihen. Da Don Khon durch eine Brücke mit Don Det verbunden ist, kann man Don Det easy an einem Tag umrunden und hat nach dem Rückweg noch Zeit auf Don Khon herumzufahren. Für die Nutzung der Brücke fällt normalerweise eine Gebühr an. Das kleine Tickethäuschen hat aber nicht immer geöffnet, am Wochenende zum Beispiel nicht. In dieser Zeit kommt man gratis auf die Nachbarinsel.

Von Palmen gesäumter Weg auf Don Det. Ganz vorne im Bild ist Maren.
Von Palmen gesäumter Weg auf Don Det. Ganz vorne im Bild fährt Maren.
Noch ein Wasserbüffel
Wasserbüffel
Auch auf Don Det: ein niedliches, kleines Ferkel
Auch auf Don Det: ein niedliches, kleines Ferkel

Französische Eisenbahn

Gerade zurück auf Don Khon radelt man automatisch an der Französischen Eisenbahn vorbei. Der Anblick des verrosteten Führerhäuschens ist wenig spektakulär. Aber diese kleine Lok hat Anfang des 20. Jahrhunderts Handelsschiffe um die Mekong-Wasserfälle herum transportiert. Klein aber… und so.

Die französische Eisenbahn auf Don Khon
Die französische Eisenbahn auf Don Khon

Der Mekong

Auf Don Khon sind mehrere Wasserfälle. Für einen davon muss man Eintritt bezahlen. Dort tummeln sich so viele Touristen, dass man sich fragt, wo sie plötzlich alle herkommen. Es ist nämlich eigentlich sehr ruhig auf der Insel. Die Gebühr haben wir uns gespart. Den folgenden Wasserfall haben wir morgens beim Laufen entdeckt. Hier war niemand außer einer kleinen Hundefamilie.

Wasserfall
Wasserfall
Auf der Brücke über dem rauschenden Wasser
Auf der Brücke über dem rauschenden Wasser
Ein anderer Wasserfall auf Don Khon
Ein anderer Wasserfall auf Don Khon

Wasserfall Nr. 2 liegt direkt an einem Strand – keine Idylle, kein Traumstrand, aber ein guter Punkt, um eine kleine Pause einzulegen.

Strand auf Don Khon

Mekong-Strand auf Don Khon
Mekong-Strand auf Don Khon

Im Mekong kann man auch baden gehen. Er ist recht kalt, bewachsen und steinig. Außerdem ist der Mekong nicht das sauberste Gewässer. Daher sieht man auf dem Bild auch keine Schwimmer. Wir sind kurz reingegangen.

Weitere Bilder vom Mekong:

Mekong an den 4.000 Inseln in Laos

Fluss-Schaukel
Fluss-Schaukel
Sonnenuntergang zwischen Don Khon und Don Det
Sonnenuntergang zwischen Don Khon und Don Det

Tipps für andere Reisende

Die Anreise ist zum Beispiel aus Paksé nördlich der 4.000 Inseln per Bus und Boot möglich. Das ist unkompliziert und günstig. Außerdem kann man von Kambodscha, zum Beispiel aus Kratie oder Phnom Penh anreisen. Das Gute daran ist, dass man sich nach der sehr beschwerlichen Fahrt auf den 4.000 Inseln entspannen kann.

Das Sunset Paradise Guesthouse ist absolut zu empfehlen, besonders wenn man französisch sprechen kann. Wir hatten zunächst vor, vier Tage zu bleiben, verlängerten dann aber auf sechs Tage. Ich fragte eben die Chefin – „Bien sûûûûr! Ihr könnt auch den ganzen Monat bleiben oder zwei!“ Mit den anderen Gästehäusern macht man sicherlich auch nicht viel falsch. Buchungen und Verlängerungen sind spontan möglich. Die Zimmer sind günstig.

Wir haben im Sunset Paradise unsere Wäsche waschen lassen. Das war nicht die beste Idee, weil die Wäsche draußen aufgehängt wurde und danach nach Lagerfeuer roch. Das kann einem zwar überall in Laos passieren. Aber hier ist es schon sehr wahrscheinlich. Wer also mit der Wäsche warten kann, sollte es in Erwägung ziehen.

Neben dem Sunset Paradise ist ein weiteres Guesthouse und daneben ein Restaurant, in dem eine ältere Frau arbeitet, die weder englisch noch französisch kann. Ihr Mund ist komplett rot, weil sie ständig Betelnuss kaut. Diese Frau macht das beste Omelette der Welt.

Da es auf Don Khon keine Geldautomaten gibt, sollte man genug Bargeld vom Festland mitbringen. Wenn man nicht genug Geld dabei hat, kann man aber auch zwischendurch gegen eine kleine Gebühr ein Boot zum Festland nehmen. ATMs gibt es in Nakasang. Kreditkartenzahlung ist glaube ich in keinem Guesthouse möglich.

Wer einen leichten Schlaf hat, wird jede Nacht vom Hahn geweckt. Oropax mitnehmen!

8 Kommentare zu “Don Khon (4.000 Inseln / Si Phan Don)”

  1. Klasse Artikel.
    Ich habe mir die Artikel von Myanmar schon durchgelesen und war davon ziemlich angetan..
    Ich reise ab Juni für 3 Monate durch SOA und hatte Laos eigentlich nicht auf der Liste.. aber diese Inseln sehen echt toll aus. Vielleicht finde ich ja eine Möglichkeit, noch einen Abstecher nach Laos zu machen. Freu mich schon auf weitere Blogeinträge!

    Bis dahin noch gute Reise!

    1. Hi Philipp,
      vielen Dank. Weitere Berichte zu Laos werden folgen. Eine Info schonmal vorab: die Fahrten durch Laos dauern unheimlich lange und sind ziemlich anstrengend. Wenn dir das nichts ausmacht, wirst du mit atemberaubender Natur belohnt. Laos ist ein spannendes Land, das lange nicht so touristisch ist, wie seine Nachbarn. Gestern sind wir mit einem Boot auf dem Mekong quer durch den Urwald gefahren. Sobald du die Standard-Ziele (Luang Prabang, Vang Vieng, Vientiane) verlässt, erlebst du Südostasien in seiner ursprünglichsten Form.

      LG
      Lara

  2. Hallo Lara, toller Artikel und schön beschrieben! Wir werden nach dem Gästehaus Ausschau halten, da wir in 3 Tagen von Kambodscha zu den 4.000 islands reisen werden.

    Weißt du vielleicht wie die Anreise zu den Inseln (Don Det) funktioniert? Wir starten schon um 6:45 von Phnom Penh und werden angeblich dort abgesetzt. Muss man dann mit einem Boot nach Don Det? Gehen die Boote überhaupt abends noch?

    Liebe Grüße
    Freuen uns schon so auf Laos!

    1. Hallo Kati,
      vielen Dank 🙂

      Ja, ihr müsst dann mit dem Boot nach Don Det fahren. Abends gehen noch Boote, aber ich weiß nicht bis wann. Wenn ihr aber die komplette Fahrt bis Don Det durch gebucht habt, müssen sie euch ja hinfahren. Wir sind auch recht spät am Hafen gewesen und waren dann die einzigen im Boot.

      Gute Fahrt!
      Lara

  3. Hallo Lara,
    habe gerade eine whatsapp von meiner Tochter bekommen… Sie treibt sich gerade bis Mai 2016 in Süd-Ost-Asien herum, natürlich als Backpackerin… Sie ist seit 2 Tagen auf Don Det. Bei der Suche danach bin ich auf deinen Blog gestoßen und kann mir jetzt sehr gut vorstellen, was sie dort vorhat… danke für deine gute Beschreibung
    LG Roland

    1. Bitteschön 🙂 und vielen Dank für deinen Kommentar. Das freut mich.

  4. Hey,
    Vielen Dank für deinen Beitrag. Der hilft sehr für meine Reise nach Don Det. Weißt du, ob bei der Einreise aus Siem Reap auf dem Weg ATMs, sind? Was kostete ungefähr ein Essen?

    Liebe Grüße
    Eve

    1. Hallo Eve,
      Ja, direkt vor dem Hafen sind ATMs. Vor der Bootsfahrt kannst Du Geld abheben. Wie viel das Essen gekostet hat, weiß ich nicht mehr genau, aber nicht viel.

      Viel Spaß!
      Lara

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