Kratie: Mit dem Kajak über den Mekong

Mit dem Kajak durch den Wald. Die zwei hängen fünf Sekunden nach dem Foto quer an einem Ast fest.

Reisejahr: 2014

Kratie ist eine Stadt im Norden von Kambodscha zwischen Phnom Penh und der laotischen Grenze. Viele Touristen verweilen hier nur sehr kurz, um direkt nach Laos weiterzureisen. Kratie ist für zwei Dinge bekannt: erstens ihre verfallenen Kolonialgebäude und zweitens die vom aussterben bedrohten Irawadidelfine im Mekong.

Verfallene Kolonialgebäude in Kratie
Verfallene Kolonialgebäude in Kratie
Eine Schule in Kratie
Eine Schule in Kratie
Eine typisch französische Straßenlaterne
Eine typisch französische Straßenlaterne
Ein Tempel im Renovierungsprozess
Ein Tempel im Renovierungsprozess
Noch größer könnte der Kontrast nicht sein.
Noch größer könnte der Kontrast nicht sein.

Kratie zieht vor allem eine bestimmte Art von Touristen an: ehemalige Hippies. Viele Restaurants und Cafés haben sich bereits auf das Klientel eingestellt. Das Star Guesthouse spielt mit seiner Dachterrasse ganz vorne mit.

Dachterrasse auf dem Star Guesthouse
Dachterrasse auf dem Star Guesthouse (fotografiert aus einer Hängematte)

Wir haben hier zwar nicht übernachtet, aber das Star Guesthouse ist glaube ich die einzige Unterkunft in Kratie, die einen gewissen Stil hat. Das Guesthouse selbst ist bunt bemalt, das Restaurant gut besucht und die Zimmer extrem günstig. Über Badezimmer und Sauberkeit kann ich allerdings natürlich nichts sagen.

Irawadidelfine

Wir sind nach Kratie gekommen, um uns die seltenen Irawadidelfine im Mekong 15 km nördlich beim Dorf Kampie anzuschauen. Irawadidelfine kann man an ihrer stumpfen, runden Schnauze und einer kurzen Finne erkennen. Die Körper der Delfine sind relativ kurz. Früher lebten hier hunderte Irawadidelfine. Durch den Fischfang ist die Art jedoch stark bedroht worden. Laut meinem Reiseführer leben nur noch 70-85 Irawadidelfine zwischen Kampie und Laos. Normalerweise fahren Touristen von Kratie 15 km mit dem Tuk Tuk oder Moped nach Kampie und nehmen sich dort ein Motorboot von dem aus man die Delfine erspähen kann. Da die Art stark bedroht ist, fragten wir uns, ob so eine Fahrt den Tieren schaden könnte und ob sie ethisch vertretbar ist. Im Internet wurden wir darüber nicht schlau. Also suchten wir ein Reisebüro in Kratie, um uns über die Optionen zu erkundigen. Wir landeten allerdings in einem ausgesprochen schönen Café am Fluss. Reisebüros waren weit und breit keine in Sicht. Im Sorya Café mussten wir einfach Halt machen, denn hier war es zu gemütlich, um weiterzugehen.

Das Sorya Café mit Ausblick auf den Mekong
Das Sorya Café mit Ausblick auf den Mekong
Maren gechillt mit Cappuccino
Maren gechillt mit Cappuccino
Das beste Getränk auf Erden: Iced Chai Tea
Das beste Getränk auf Erden: Iced Chai Tea

Zufälligerweise arbeitet im Sorya Café eine junge Frau aus Oklahoma, die Kajaktouren organisiert. Man erkennt Susan bereits an ihren Armen. Es werden verschiedene Touren angeboten, angefangen mit einer Halbtagestour über den Mekong, durch einen gefluteten Wald und schließlich zu den Irawadidelfinen. Außerdem gibt es Ganztagestouren und mehrtägige Kajakfahrten mit Übernachtungen bei Einheimischen.

Mit dem Kajak über den Mekong

Unsere Suche nach einem Reisebüro hatte ein Ende. Noch schonender als mit einem Kajak kann man sich den Irawadidelfinen mit Sicherheit nicht nähern, dachten wir uns. Die Halbtagestour für 23 USD sollte reichen. Susan gibt auch Drybags aus, damit man ein paar Sachen, etwa eine Kamera mitnehmen kann. Wir hatten aber selber welche dabei.

Zur Info: Eine Halbtagestour kostet 20-45 USD abhängig davon, wie viele Personen insgesamt mitkommen. Bei uns waren für 23 USD p.P. insgesamt 6 Leute dabei.

Sorya Kayaking Adventures
Sorya Kayaking Adventures

Los ging es am nächsten Tag um 7 Uhr morgens. Ein kleines Frühstück vor der Tour im Café war im Preis enthalten. Außerdem bekamen wir eine große Flasche Wasser für die Fahrt. Um 12 Uhr sollten wir wieder zurück sein. Wir fuhren in drei Zweier-Kajaks ohne Spritzdecke, aber mit Schwimmweste. Der Mekong war still wie ein See. Es gab fast keine Strömung.

Einstiegsstelle
Einstiegsstelle

Am Anfang dümpelten wir ein bisschen über das flache Gewässer. Da ich in Deutschland auch paddeln gehe, habe ich mich gefreut, endlich mal wieder im Boot zu sitzen.

Pause auf einer kleinen Mekong-Insel
Pause auf einer kleinen Mekong-Insel

Wir machten eine kleine Pause auf einer schmalen Insel mit Sticky Rice in Bambus eingepackt und Obst. Auf der Insel lassen sich Spuren von Wasserbüffeln entdecken. Die Büffel schwimmen über den Mekong, fressen auf der Insel die Pflanzen und schwimmen wieder zurück.

Abdruck eines Wasserbüffels
Abdruck eines Wasserbüffels

Erst in dem gefluteten Wald, als Maren gerade ihre GoPro auspackte und versuchte sie irgendwie an ihrer Schwimmweste zu befestigen, kam ein kleines bisschen Strömung auf. Der Wald war schon ziemlich gut. Wir fuhren quer durch die Bäume.

Mit dem Kajak durch den Wald. Die zwei hängen fünf Sekunden nach dem Foto quer an einem Ast fest.
Mit dem Kajak durch den Wald. Die zwei hängen fünf Sekunden nach dem Foto quer an einem Ast fest.

Unsere Gruppe bestand außer uns aus zwei Iren, einem Italiener und einer Litauerin, sowie einem Guide aus Kambodscha. Landschaftlich war die Fahrt wirklich unheimlich schön.

Landschaft am MekongNun zu den Delfinen: Die scheuen, kleinen Tiere waren etwas schwierig zu erspähen. Wir fuhren zu verschiedenen Stellen, nahmen unser Paddel aus dem Wasser und versuchten so still wie möglich zu sein. Hier und da erkannte man einen Kopf, der kurz aus dem Wasser guckte oder einen Teil des Rumpfes. Maren sah auch für Milisekunden die Finne eines Irawadidelfins. Zweimal sah ich den oberen Teil des gesamten Körpers aus dem Wasser gucken. Wenn jemand, jemand anderen auf einen Delfin hinwies, war dieser auch schon wieder unter Wasser. So schnell konnte man gar nicht schauen, geschweige denn ein Foto machen. Letzteres habe ich gar nicht versucht, weil schon sehr schnell klar wurde, dass ich auch nur mit Glück einen Delfin mit eigenen Augen sehen konnte. Der Auslöser meiner Kamera wäre viel zu langsam gewesen. Die anderen Mitfahrer haben ebenfalls keine Fotos gemacht. Besonders schwierig wurde es immer, wenn Motorboote in der Nähe waren. Die knatternden Maschinen waren einfach zu laut und die Boote zu mächtig. Zugegeben, wir hatten etwas Pech. Aber unser Guide hat die Tour sogar extra verlängert, damit wir doch noch Delfine sahen. Einen Tag vor unserer Tour haben wir uns mit jemandem in unserem Guesthouse über die Motorboot-Tour unterhalten. Er hatte sie gerade hinter sich und berichtete ebenfalls, dass es extrem schwierig gewesen wäre, Fotos der Irawadidelfine zu machen.

Letztendlich haben wir uns genau richtig entschieden. Es war viel mehr ein langer Kajaktrip als das bloße Suchen nach den scheuen kleinen Tieren, die sich kaum zeigen möchten.

Wie beim Quad fahren auch schon: die kambodschanischen Kinder aus den Dörfern sind begeistert.
Wie beim Quad fahren auch schon: die kambodschanischen Kinder aus den Dörfern sind begeistert.

Bye bye Kambodscha. Mittlerweile sind wir schon in Laos.

4 Kommentare zu “Kratie: Mit dem Kajak über den Mekong”

  1. Ein bisschen größer als die Innerste 🙂

    1. Auf jeden Fall, ein riesen Fluss, aber fast keine Strömung.

  2. […] Kambodscha-Reisende zieht es auch in den Osten in die am Mekong liegende Kleinstadt Kratie. In der Nähe kannst du mit etwas Glück Flussdelphine […]

  3. Sehr interessante Reise! Ich fahre dieses Jahr auch nach Kambodscha und wollte mir ein Boot mieten. Das Bild vom Mekong hat mich beeindruckt, da will ich auch unbedingt hin 🙂

Schreibe einen Kommentar