3 Tage in Peking

Peking

Reisejahr: 2008

Peking ist die erste asiatische Stadt, die ich in meinem Leben besucht habe. Damals habe ich gerade mein Auslandssemester in Sydney abgeschlossen und stand kurz vor meinem Praktikum in Shanghai. Ein paar Tage hatte ich Zeit. Also flog ich nicht direkt von Sydney nach Shanghai, sondern zuerst für drei Tage nach Peking. Ich hatte das Glück, einen Kolumbianer in Sydney kennen gelernt zu haben, der zu dieser Zeit für einen Sprachkurs in Peking gewohnt hat. Ich kontaktierte ihn bei Facebook und fragte, ob ich vorbei kommen könnte. Er nahm mich bei sich auf und zeigte mir die Stadt. Es gibt keine bessere Möglichkeit eine Stadt zu erkunden, als mit einem Local oder jemandem, der sich auskennt.

In meinen drei Tagen Peking war ich auf der Chinesischen Mauer, beim Olympia Stadion, in der Verbotenen Stadt, auf einer Kellerparty mit einigen Expats und habe die Chinesische Küche kennen und lieben gelernt.

Die Chinesische Mauer

Die Chinesische Mauer war mit ein Grund warum ich überhaupt nach Peking geflogen bin. Von Shanghai aus kommt man nämlich nicht mal eben dort hin. Wir sind von Peking mit dem Bus zur Chinesischen Mauer gefahren. Es gibt dafür verschiedene Wege. Sinnvoll ist es auf besonders seltene „untouristische“ Wege zu verzichten. Das haben Freundinnen von mir gemacht, die dann stundenlang durch die Pampa laufen mussten ohne zu wissen, ob sie den richtigen Weg nehmen. Ich bin mit dem Bus direkt bei der Mauer angekommen und es waren außer uns keine nicht-asiatischen Touristen da. Generell muss man in China keinen Massentourismus aus dem Westen fürchten.

vor der Chinesischen Mauer
vor der Chinesischen Mauer

Die Mauer ist gemäß Wikipedia 21.196,18 km lang und überquert nicht nur Berge sondern sogar Flüsse. Es ist das größte Bauwerk der Welt. Der Bau soll bereits im 7. JH v. Chr. begonnen haben. Nur etwa 8,2 % der Mauer sind intakt.

Markt vor der Chinesischen Mauer
Markt vor der Chinesischen Mauer
Eingang zur Chinesischen Mauer
Eingang

Vor der Chinesischen Mauer erwartete uns ein Markt, auf dem man traditionelle Gewänder und Nahrungsmittel kaufen konnte. Über eine Steintreppe kamen wir dann zur Mauer. Es ist echt Wahnsinn, was die Chinesen dort aufgebaut haben. Die Steine sind teilweise so groß wie eine halbe Beinlänge, viele Bereiche sind direkt am Hang gebaut und die Mauer geht quer über die Berge. Überall geht man Treppen auf und ab. Es muss eine furchtbare Arbeit gewesen sein, die die Chinesen damals verrichten mussten.

Die Chinesische Mauer
Die Chinesische Mauer
Die Chinesische Mauer mitten im Bergpanorama
mitten im Bergpanorama
Ganz schön stufig...
Ganz schön stufig…
… noch stufiger...
… noch stufiger…
… und noch viel mehr Stufen
… und noch viel mehr Stufen
Es gibt auch einige überdachte Bereiche auf der Mauer.
Es gibt auch einige überdachte Bereiche auf der Mauer.

Ein Highlight der Besichtigung ist die Art wie man wieder von der Mauer runter kommt. Dafür steht eine Rodelbahn mit speziellen Fahrzeugen bereit. Es macht einfach mega Spaß da runter zu rodeln. Leider geht das nur ein mal 😉

Rodelbahn und Lift an der Chinesischen Mauer
Rodelbahn und Lift an der Chinesischen Mauer
Rodelbahn, Chinesische Mauer
… geht teilweise ganz schön in die Kurve
Rodelbahn an der Chinesischen Mauer, in der Nähe von Peking
Ein letztes Bild von der Rodelbahn von oben

Olympia Stadion von Beijing 2008

Das „Vogelnest“ war der Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008. Es ist in meinen Augen architektonisch eines der schönsten Sportstadien der Welt. Es wurde von Schweizer Architekten entworfen und gebaut. Im Prinzip war es ein kurzer Besuch. Ich habe mir das Bauwerk von außen angesehen. Die Spiele waren seit Monaten vorbei. Aber es ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Mich hat nicht nur die fantastische Architektur dieses Bauwerks fasziniert. Der ganze Ort hatte eines, das in China schwer zu finden ist: viel Platz mit wenig Menschen und Ruhe.

Olympia Stadion in Peking, das Vogelnest
Olympia Stadion in Peking, das Vogelnest
Umgebung vom Olympia Stadion, Peking 2008
Die Umgebung vom Olympia Stadion strahlt eine gewisse Ruhe aus

Verbotene Stadt

Als Kenny und ich die Verbotene Stadt besuchten warnte er mich, dass es passieren könne, dass uns „Studenten“ ansprechen und uns eine „Art Show“ zeigen wollen. „And then they rip you off!“ Zwei Minuten danach:

Chinese: „Hey, we’re students. Where do you come from?“
Kenny: „Colombia.“
Chinese zu mir: „Colombia? That’s interesting! I heard you have a lot of drug problems over there.“
Ich: „Might be, but I’m from Germany.“

Natürlich entschieden wir uns gegen die Art Show. Diese Technik ist in China leider weit verbreitet. Gerne sprechen einen Personen auch darauf an, ob man mit ihnen eine typisch Chinesische Tee-Zeremonie besuchen möchte. Sie tun vorher gerne so als würden sie sich gerade mit einem anfreunden wollen. Darauf sollte man dennoch auf keinen Fall eingehen. Außer man möchte am Ende massig Geld für ein bisschen Tee bezahlen. In China sind europäische Gesichter selten gesehen. Man wird ständig umworben, soll etwas kaufen, gerne natürlich auch Gefälschtes. Schuhverkäufer schmieren einem Creme direkt auf die Schuhe, damit man sie sich anschließend von ihnen putzen lässt und ihnen Geld gibt. Man wird von Bettlern verfolgt, denen Arme oder Beine fehlen. Leider wird letzteres wie in der Mafia organisiert. Bettler werden morgens ausgesetzt und verschwinden abends in den Wagen, die sie morgens gebracht haben. Wo das erbettelte Geld bleibt… keine Ahnung. Wichtig ist: Wenn man nichts kaufen möchte, dann muss man es auch nicht nachdem einen jemand 2 Minuten lang in Highspeed vollquatscht. Ignorieren hilft leider am besten.

Aber zurück zum UNESCO Weltkulturerbe, der Verbotenen Stadt, die einen erhabenen und machteinflößenden Eindruck hinterlässt. Hier haben die Kaiser der Ming und Qing Dynastie gelebt und regiert. Der Bevölkerung war der Zugang verboten, daher der Name. Beim Eingang erwarten einen militante Wärter und ein großes Portrait des in China verehrten ehemaligen kommunistischen Staatspräsidenten Mao Zedong. Hat man den Eingang passiert, erwartet einen ein riesiges Areal mit 890 Palästen, verschiedenen, oft parallel angeordneten Hallen, Tierskulpturen, goldene Reliefs, Teestuben und traditionellen Einrichtungsgegenständen. Ich kann jedem Besucher Pekings einen Besuch empfehlen. Die Verbotene Stadt ist sehr gut erhalten und repräsentiert einen traditionellen Chinesischen Baustil, den man sich kaum anderswo so detailliert anschauen kann.

Verbotene Stadt, Peking, aus der Ferne
Die Verbotene Stadt aus der Ferne
Verbotene Stadt, Peking, Nahaufnahme
… von Nahem
Verbotene Stadt von innen
Verbotene Stadt von innen
Verbotene Stadt, Verzierungen unter den Dächern
Verzierungen unter den Dächern
Verbotene Stadt, Palast von innen
In einem der zahlreichen Paläste
Verbotene Stadt, Palast
In einem Palast
Verbotene Stadt, Peking
Die meisten Touristen in China scheinen Chinesen selbst zu sein.
Ausblick am Ausgang der Verbotenen Stadt, Peking
Ausblick am Ausgang

Die Chinesische Küche

Die Chinesische Küche ist dafür bekannt, dass einige recht ungewöhnliche Tiere auf den Teller kommen, etwa Kakerlaken, Hühnerfüße, Hunde und Skorpione. Das stimmt. Aber wer es nicht essen möchte, findet in China viele tolle Köstlichkeiten mit denen man kein schlechtes Gewissen bekommen muss. Ich mochte China-Restaurants in Deutschland nie. Deswegen war ich skeptisch, ob ich mich in China einigermaßen gut ernähren kann. Aber das Essen war einfach so fantastisch. Sowohl die Straßen-Nudeln für 50 ct, als auch die altbekannte Peking-Ente, Nudelsuppen und die Tees waren großartig. Ich hatte in China das erste mal Bubble-Milk-Tee vor der Nase. Es war ein Genuss. Das was es für gefühlte 5 Tage in Deutschland gab war ein teurer Abklatsch. Oft war ich in Restaurants mit einer chinesischen Speisekarte. Keiner konnte ein Wort englisch. Irgendwann hat die Kellnerin einfach auf irgendein Gericht gezeigt. Ich habe genickt und es war wirklich köstlich. Zurück in Deutschland frage ich mich oft, warum so viele China-Restaurants denselben Einheitsbrei führen, den man in China nirgendwo sieht.

Kakerlaken am Spieß
Kakerlaken am Spieß
noch mehr Fleisch am Spieß
noch mehr Fleisch am Spieß
Skorpione und Seepferdchen zum Essen in Peking, China
Skorpione und Seepferdchen
Foodcourt Peking, Bild 1
Foodcourt
Foodcourt in Peking, Bild 2
Foodcourt
Essensauswahl in Peking, China
Essensauswahl

Hier noch eine Impression aus Pekings Innenstadt. Gar nicht mal so fremd.

Innenstadt von Peking
Innenstadt von Peking

3 Kommentare zu “3 Tage in Peking”

  1. Wobei man bei den Skorpionen und Kakerlaken auch sagen muss, dass das eigentlich nur Touristen (auch inländische) essen. Der einzige Ort, wo ich das in meinen sechs Jahren in Peking je gesehen habe, war der von dir abgebildete Touristenmarkt neben der Wangfujing. Hunde entdeckte ich im Winter hin und wieder auf den Speisekarten. Aber auch nur sehr, sehr selten. Und unter meinen chinesischen Freunden gibt es fast keinen, der je Hund gegessen hat.

  2. Hi Oli,
    Hund habe ich auch nicht wirklich gesehen – zumindest nicht bewusst. Ich hatte mir überlegt die Kleintiere zu probieren, aber war in China nicht krankenversichert… :/ Daher bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen 😀

    LG
    Lara

  3. Guter Punkt. Allerdings glaube ich nicht, dass du von den Insekten krank wirst. Es heisst ja immer, dass diese Kleintiere eigentlich sehr gesund seien. Aber naja, ich bin da auch eher zurückhaltend.

    Hund findest du auf englischen Speisekarten so gut wie nie. Am häufigsten sah ich Hundefleisch übrigens in Hotpot-Restaurants.

Schreibe einen Kommentar