Die Tempel von Angkor

Eine kambodschanische Familie in Angkor Wat.

Reisejahr: 2014

Angkor, direkt nördlich von Siem Reap ist eine Tempel-Stadt. Angkor Wat, Angkor Thom, Ta Prohm und Bayon sind die bekanntesten Tempel Kambodschas. Die Bauten aus dem 9. bis 15. Jahrhundert befinden sich in unmittelbarer Umgebung. Die Khmer-Tempel erzählen in vielerlei Hinsicht die Geschichte des kleinen Staates Kambodscha. In Reliefs und Steinfiguren wird die Geschichte des Landes dargestellt. Die abgeschlagenen Buddha-Köpfe sind ein Erbe der Roten Khmer, angeführt vom Diktator und Massenmörder Pol Pot. Das Wechselspiel von hinduistischen und buddhistischen Darstellungen zeigt den Wandel Kambodschas vom Hinduismus zum Buddhismus als Hauptreligion.

Um die Tempel zu besichtigen, kann man sich einen Tuk Tuk Fahrer organisieren. Das ist nicht schwierig, denn in ganz Siem Reap stehen viele Tuk Tuk Fahrer herum, die einem zurufen: „Hello, Tuk Tuk?!“ 15 US-Dollar kostet eine private Tagesfahrt durch die Tempel. Zudem muss eine Eintrittsgebühr von 20 US-Dollar für einen Tag oder 40 US-Dollar für drei Tage bezahlt werden. Die Eintrittskarte wird an allen Tempeln kontrolliert und sollte daher nicht leichtfertig nach dem Besuch von Angkor Wat weggeschmissen werden.

Angkor Wat

Angkor Wat, zu deutsch „die Stadt, die ein Tempel ist“, ist ein relativ großes Areal mit fünf Türmen, mehreren Hallen, ehemaligen Bibliotheken, Galerien und Terrassen. Die Wände sind von Steinreliefs gesäumt. An vielen Stellen stehen und sitzen Buddha-Statuen, denen meist die Köpfe fehlen. Im 12. Jahrhundert wurde Angkor Wat unter König Suryavarman II. erbaut und zu Anfang dem Hindu-Gott Vishnu geweiht. Bereits der Grundriss des Komplexes ist typisch hinduistisch. Die Außenmauern stehen für das Ende der Welt. Der Tempelgraben, der Angkor Wat umschließt, stellt den kosmischen Ozean dar. Die fünf Türme des Tempels sind einer Lotusknospe nachempfunden und sollen als solche den heiligen Berg Meru, den Sitz der hinduistischen Götter bebildern. Er ist das Zentrum des Universums. In Angkor Wat stehen die Türme allerdings recht weit hinten und sind nicht tatsächlich zentral angelegt. Die Türme sind allerdings so riesig, dass sie sich bereits am Eingang von weitem präsentieren.

Angkor Wat ist ein UNESCO Welterbe. Die Kambodschaner sind so stolz auf den Tempel, dass sie ihn sogar in ihre Nationalflagge integriert haben. Viele kleine Details zieren die gut erhaltenen Mauern des Bauwerks. Nicht zuletzt aus diesen Gründen wird Angkor Wat in jedem Reiseführer, in jeder Dokumentation über das Reiseland Kambodscha, sowie in Magazinen angepriesen. Es ist die Sehenswürdigkeit Kambodschas überhaupt.

Ich werde Angkor Wat nicht noch ein zweites Mal besuchen. Die Bibliotheken sind besudelt mit Sprüchen. Herzen mit „X+Y“ sind in die Mauern geritzt. Es sieht aus wie auf einer Bahnhofstoilette. Überall um uns herum wirbelten chinesische Reisegruppen das ruhige Flair des Areals auf. Ich habe nichts gegen Touristen, schließlich bin ich selber eine. Aber in diesem Massenauflauf ging es nicht mehr um den Besuch und das Interesse an einem Tempel. Es musste einfach jeder mal an jeder Palme geposed haben. Man kam nicht mehr durch. Man konnte sich keine Stelle in Ruhe anschauen. Die Türme haben wir uns gar nicht mehr von Nahem angesehen. Auf der Treppe standen die Menschen schlangenweise an. Selbst die Steinreliefs werden nicht in Ruhe gelassen. Die Tänzerinnen in den Mauern wurden von mir völlig suspekten Besuchern so oft an bestimmten Körperstellen angefasst, dass diese bereits schwarz sind. Es reicht eigentlich über Angkor Wat gelesen zu haben. Die Erhabenheit dieses Ortes geht bei einem Besuch verloren.

Besucherströme in Angkor Wat
Besucherströme am Eingang von Angkor Wat

Banteay Kdei

Eine schöne Abwechslung zu Angkor Wat bot der kleine Tempel Benteay Kdei. Er erinnerte Maren an die Affenstadt im Dschungelbuch.

Banteay Kdei
Banteay Kdei

Banteay Kdei steht mitten in der Natur zwischen Palmen. Löwenstatuen begrüßen einen direkt am Eingang.

Ta Prohm

Der Besuch von Ta Prohm fing sehr schön an. Der Tempel ist mitten in einem Wald. Man hat erst das Gefühl in einen Nationalpark zu gehen.

Ta Prohm hat vor allem durch den Film Tomb Raider mit Angelina Jolie in der Hauptrolle als Lara Croft an Bekanntheit gewonnen. Die Stelle an der Angelina Jolie in dem Film stand, ist nicht begehbar, weil sich dort durchgehend ein ganzes Bündel Touristen schart. Insgesamt wurde es mir in Ta Prohm auf Dauer zu eng. Es waren zu viele Menschen auf kleinem Raum. Wir haben den Tempel recht schnell wieder verlassen.

Auf dem Weg nach Bayon

Auf dem Weg nach Bayon kamen wir an einem weiteren Tempel vorbei. Ich weiß leider nicht, wie er hieß. Hier waren zwar kaum Touristen, aber das gab den Einheimischen vor Ort um so mehr einen Grund uns verschiedene Souvenirs mit Nachdruck verkaufen zu wollen.

Bayon und Angkor Thom

Angkor Thom ist ein Tempelkomplex. Bayon ist ein Tempel in Angkor Thom. Er besteht aus gemeißelten Köpfen, die vier Gesichter zu jeder Seite haben.

Der Besuch von Angkor zeigt mir, wie viel Glück wir haben, dass wir uns Myanmar und im Besonderen Bagan in Ruhe ansehen durften. In Myanmar gab es natürlich auch Touristen. Aber die Menschen, die wir in Myanmar getroffen haben begegnen den verschiedenen Stätten mit sehr viel Respekt. Angkor Wat hat diesen Glanz offenbar schon lange nicht mehr. Ich würde es nicht als Fehler betrachten, Angkor bei einer Asien-Reise auszulassen.

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