Kaschan – Sightseeing und die iranische Gastfreundschaft

Rondell im Basar von Kaschan

Kaschan ist bekannt für seine traditionellen Häuser und verwinkelten, labyrinthartigen Gassen. Es gibt ein paar symmetrisch angeordnete tosend laute Straßen, die das Labyrinth in Kästchen teilen. Sie sind die hässlichsten und lautesten Straßen in Kaschan, ermöglichen aber die Orientierung in dieser sonst ruhigen und gemütlichen Stadt.

Maren und ich fahren das volle Touriprogramm auf und schauen uns das Boroujerdi Haus (Khan-e Boroujerdi), das direkt gegenüberliegende Hammam-e Sultan Mir Ahmad (Badehaus), sowie die traditionellen Häuser Tabatabei und Abbasi an. Die Eintrittspreise sind jeweils 150.000 Rial. Es gibt aber ein vergünstigtes Kombiticket, sowie freien Eintritt für das Boroujerdi Haus am 18. Mai.

Badehaus Sultan Mir Ahmad

Am meisten hat uns das Hammam-e Sultan Mir Ahmad gefallen. Besucher dürfen hier auch auf das futuristisch anmutende Dach steigen.

Die traditionellen Häuser Tabatabei und Boroujerdi

Die traditionellen Häuser Tabatabei und Boroujerdi hängen laut Reiseführer geschichtlich zusammen. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Tabatabei und Boroujerdi waren beide Teppichhändler. Boroujerdi bat Tabatabei um die Hand seiner Tochter. Dieser willigte unter einer Bedingung ein: Seine Tochter sollte in einem mindestens genau so liebevollen Haus wohnen wie bisher. 18 Jahre später war das Boroujerdi Haus fertig.

Die iranische Gastfreundschaft

In der letzten Sehenswürdigkeit der Umgebung, dem Abbasi Haus ziehe ich mich aus der Hitze zurück und entspanne kurz im Schatten.

Abbasi Haus in Kaschan, Iran
Abbasi Haus

Eine junge Iranerin mit dunkler Kleidung und schwarzem Kopftuch bewegt sich rechts und links an mir vorbei, macht immer wieder deutlich, dass es viel zu heiß hier ist. »Sehr heiß, richtig?«, fange ich ein bisschen Smalltalk auf Englisch an. »Ja, total.« – »Du trägst ein schwarzes Kopftuch. Das macht es noch wärmer.« – »Ich muss das tragen.«, antwortet sie mit Betonug auf »muss«. »Wo kommst du her?« – »Aus Deutschland.« Sie erzählt ein bisschen von sich und ihrem Medizintechnik-Studium, gibt mir ein paar Tipps für den Iran. »Wann bist du wieder in Teheran? Wir können zusammen die Stadt angucken.« Sie erzählt, dass sie kommende Woche in Italien auf einer Fortbildung sein wird. Maren und ich gehen gemeinsam mit ihr im traditionellen Restaurant beim Abbasi Haus essen. Hier geht fast jeder hin, der sich zuvor das Haus angesehen hat. Zurecht, denn das Essen ist fantastisch. Das Restaurant ist schön und typisch persisch gestaltet. Im Iran gibt es in allen Sehenswürdigkeiten üblicherweise mehr persische Touristen als ausländische.

Eine Iranerin und ich im Abbasi Haus in Kaschan
Dina (Name geändert)  gibt mir einige Tipps für die Weiterreise
Gemeinsames Essen in der Nähe des Abbasi Hauses in Kaschan
Gemeinsames Essen in der Nähe des Abbasi Hauses in Kaschan

Wir essen Chicken Kabab, panierten Fisch und gebratene Aubergine mit Reis und Brot. Der Kellner stellt eine iranische und eine deutsche Flagge zu uns. »Das Kopftuch muss ich hier tragen. Ich ziehe es ab, sobald ich im Flugzeug nach Italien bin.« Daraufhin zeigt Dina uns Bilder von sich mit offenen Haaren in der Wüste Kavir und am Strand im Süden des Landes. Sie gibt uns viel zu viele Hinweise, welche Destinationen wir im Iran ansteuern können. »Werdet ihr wiederkommen?« – »Keine Ahnung, vielleicht.« Wir möchten sie einladen, aber sie besteht darauf, zu bezahlen und so geht es hin und her: »Nein nein, wir laden Dich ein.« – »Nein, ihr seid Gäste. Ich lade euch ein.« Das wiederholen wir jeweils noch ein paar Mal, aber schlussendlich haben wir gar nicht die Möglichkeit, weil der Betrag auf Persisch genannt wird und Dina direkt ihre Bankkarte auf den Tresen wirft. Da ist sie, die iranische Gastfreundschaft von völlig Fremden, die wir hier noch öfter erleben werden.

Fin Gärten

Dina fährt mit dem Bus zurück nach Teheran. Wir machen uns auf zu den Fin Gärten. Auch hier ist heute ausnahmsweise der Eintritt frei. Sonst kostet er 200.000 Rial.

Die Fin Gärten sind ein guter Abschluss für einen schönen Tag in Kaschan. Am nächsten Tag geht es per Bus weiter nach Isfahan.

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